StartStartPresseOZ-Bericht Mitgliederversammlung 7.3.2016

Ostfriesen-Zeitung, Emden 09. März 2016

Feuerschiff braucht weitere Finanzspritzen

Maritimes Förderverein will sich noch stärker dem Tourismus widmen und neue Ideen entwickeln

Ein Blick vom Leuchtfeuer aus auf das Museumsfeuerschiff    „Amrumbank/Deutsche Bucht“. Archivbilder: dpa

Von Heiko Müller

Im Sommer nimmt das Wahrzeichen voraussichtlich an der Delfsail im niederländischen Delfzijl teil.

Zahlen und Fakten

Das Museum des Feuerschiffs „Amrumbank“hat im vergangenen Jahr insgesamt 6489 Besucher gezählt. Das waren 390 mehr als 2014. Einen Einbruch verzeichnete der Trägerverein beim Besuch von Schülergruppen. Das ist laut Schatzmeister Wolfgang Schumann eine Folge des Streits um die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer um eine Stunde. Weil viele Lehrer sich weigerten, Klassenfahrten zu betreuen, seien weniger Schulklassen in die Emder Jugendherberge gekommen.

51 Brautpaare haben sich im vergangenen Jahr auf dem Museumsfeuerschiff trauen lassen. Damit stieg die Gesamtzahl der Trauungen, die seit 1995 an Bord möglich sind, auf 1614.

Die Mitgliederzahl des Vereins Museumsfeuerschiff Amrumbank/Deutsche Bucht ist 2015 um 5 auf 109 gestiegen. Diese Zahl sei sehr stabil, hieß es.

Emden - Der Förderverein des Emder Museumsfeuerschiffs „Amrumbank/Deutsche Bucht“ ist auf weitere finanzielle Unterstützung angewiesen, um das Wahrzeichen im Ratsdelft in seinem jetzigen Zustand dauerhaft erhalten zu können. Darauf hat der Vorstand am Montag bei der Mitgliederversammlung mehrfach hingewiesen.

Es sei „keine Selbstverständlichkeit, ein so sauberes und herausgeputztes Feuerschiff zu haben“, sagte Vereinschef Heinz-Günther Buß vor mehr als 40 Mitgliedern im Pelzerhaus. Der Verein habe zwar überall „ein gutes Ansehen“, hier und da könnten die Emder dem 101 Jahre alten Schiffsveteran aber mehr Beachtung schenken.

Als „zukunftsweisend“ bezeichnete Buß die neue Satzung, die der Verein im April 2015 verabschiedete. Sie legt als Zweck des Vereins die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, von Kunst und Kultur sowie der Heimatpflege und -kunde fest. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen leichteren Zugang zu Fördertöpfen.

Die „relativ gute finanzielle Lage“ dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Feuerschiff künftig weitere Finanzspritzen benötige, sagte Schatzmeister Wolfgang Schumann. Er wies auf Summen in dreistelliger Millionen-Höhe hin, die der Bund nach Medienberichten für das Hafenmuseum und Museumsschiffe in Hamburg bewilligt habe. „Von solchen Dimensionen träumen wir nur“, so Schumann. Emden sei von der Größenordnung zwar nicht mit der Hansestadt vergleichbar. Dennoch müsste es auch für die „Amrumbank“ möglich sein, an solche Mittel zu kommen.

Das Museumsfeuerschiff bedürfe einer ständigen Überholung, bei der auch immer wieder Überraschungen zutage träten, sagte der Schatzmeister. Zudem müsse der Verein Rücklagen für die Werftaufenthalte bilden, die im Turnus von fünf Jahren anstünden. Zuletzt war das Feuerschiff vor einem Jahr bei der Emder Werft und Dock GmbH eingedockt worden. Dafür habe der Verein eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich aufgewendet. Der Kassenbericht des Vereins für 2015 schließt mit einem Verlust in Höhe von rund 30 000 Euro ab. Laut Schumann handelt es sich dabei größtenteils um Abschreibungen.

Künftig will sich der Verein verstärkt dem Tourismus widmen und dafür neue Ideen entwickeln. Angesichts der Krisen in der Welt entdeckten immer mehr Deutsche die Nordseeküste als Urlaubsziel, sagte Buß. Emden werde für sie immer attraktiver.

Eine tragende Säule des Museumsfeuerschiffs bleibt das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder beim Unterhalt des ehemaligen schwimmenden Leuchtturms. Die Decksmannschaft um Bootsmann Walter Oldermann, die Maschinisten-Crew um Peter Sala sowie weitere Mitglieder brachten es 2015 auf knapp 9500 Arbeitsstunden. Der größte Teil entfiel auf die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Geburtstag der „Amrumbank“, an deren Organisation und Abwicklung 64 ehrenamtliche Helfer beteiligt waren. „Der Vorstand verneigt sich vor dieser Leistung“, sagte Buß.

In diesem Jahr steht dem Museumsfeuerschiff ebenfalls ein herausragendes Ereignis bevor. Zusammen mit dem Emder Museumsrettungskreuzer „Georg Breusing“ wird es vom 29. Juni bis zum 3. Juli voraussichtlich an dem Windjammer-Treffen „Delfsail“ im niederländischen Delfzijl teilnehmen.

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