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Dienst an Bord

Aufgaben eines traditionellen Feuerschiffes

 und seiner Besatzung.

Die Ära der bemannten Feuerschiffe ist Deutschland Mitte der 80er Jahre endgültig zu Ende gegangen. Ehemalige Feuerschiffsleute werden aber noch häufig gefragt, wie die Verhältnisse auf so einem "schwimmenden Leuchtfeuer" gewesen seien und was die Besatzung "den ganzen Tag  lang" gemacht habe.

Seehauptkapitän Klaus Stockhorst, als letztet Kapitän des Feuerschiffes "Außenjade" auf der Position TW/EMS, schildert sein dreijähriges Schiffskommando nicht als ein Dienstposten, nach dem man sich zurücksehnt. Was er als Aufgabe für sein Schiff berichtet, gilt in geringfügiger Abwandlung für jedes Feuerschiff, so auch für die Amrumbank:

Von wenigen Sommerwochen abgesehen, waren es überwiegend ungemütliche Aufenthalte auf einem alten, kleinen Fahrzeug mit engen Kammern ohne jeglichen Komfort, das auch bei weitem nicht merhr zeitgemäßen Sicherheitsstandards entsprach und auf seiner exponierten Seeposition fast ständig rollte und stampfte. Allein die Zuverlässigkeit und der Zusammenhalt der Besatzung trotz aller widrigen Bedingungen sah Klaus Stockhorst als positive Reminiszens.

Weil das Feuerschif ja das ganze Jahr über an seiner Position auf See blieb und somit keine Hilfen von Werkstätten, Servicebetrieben, Monteuren usw. in Anspruch genommen werden konnten, mussten sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten mit Bordmitteln ausgeführt werden, so dass präventiv alle technischen Einrichtungen des Schiffes mit besonderer Sorgfalt kontrolliert und gepflegt wurden. Jeder Seemann an Bord hatte seine speziellen Aufgaben.

Dass der Feuerschiffsdienst nicht ungefährlich war und ein gutes Maß an Seemannschaft forderte, versteht sich. Schon bei Windstärken über Bft. 5 konnten die Wellenhöher grüßer sein, als das Freibord  von 1,80 m des nur 47 m langen FS Außenjade. "Wasser an Deck" gehörte deshalb zum Alltag. Bei Sturm galt es dann, Wellen von zuweilen mehr als 10 m Höhe abzuwettern - und das auf einem an einer Kette "gefesselten" Fahrzeug.

 

Die Besatzung - 12 Mann im 14tägigen Wechsel. Bei besonders schlechtem Wetter wurde die Ablösung verschoben.

  • 1 Kapitän
  • 2 Funker
  • 1 Steuermann
  • 5 Matrosen
  • 1 Koch
  • 1 Schiffsingenieur
  • 1 Motorenwärter

Die fünf Matrosen lösten sich ständig im Wachdienst auf der Brücke ab - so dass damit von den täglich 40 (5 x 8) zur Verfügung stehenden Arbeitsstunden bereits 24 Stunden verbraucht waren. In den restlichen 16 Stunden ( geteilt durch 5 Mann ) wurden die auf einem Schiff auf See ständig notwendig werdenden Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt.

Zu den Aufgaben des Wachhabenden auf der Brücke zählten neben der Aufgabe als Ausguck weitere Tätigkeiten, wie Wachdienst, Signaldienst, Leuchtfeuerkontrolle, Wetterbeobachtungen, Strombeobachtungen, Beobachtungen vonÖlflecken und weiteren Verschmutzungen sowie die Registrierung des Schiffsverkehrs auf dem Tiefwasserweg.

Die Funker gingen ihre Sicherheitswachen und funkten - rund um die Uhr - alle zwei Stunden die "Obse" (Observation), d. h. die aktuellen Zusammenfassungen des örtlichen Wettergeschehens - verschlüsselt an das Seewetteramt.

Der Koch bereitete drei warme Mahlzeiten und den "Nachmittagskaffee" täglich.

Die beiden Maschinisten sorgten dafür, dass die Motoren, Hilfsmaschinen und technischen Einrichtungen Tag und Nacht ihren Dienst taten, auch bei schwerstem Wetter.

Der Kapitän und der Steuermann sorgten dafür, dass alles seinen geregelten Gang ging, dass das "Bordklima" stimmte und das in Ausnahmesituationen, z.B. bei Sturm oder Nebel die richtigen Massnahmen eingeleitet wurden,

In der Freizeit ging jeder seinen Neigungen nach: Lesen, Zeichnen, Buddelschiffe bauen, Plattings knüpfen usw. aber auch, zu bestimmten Zeiten Makrelen und anderes Meeresgetier angeln und räuchern.

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