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Erklärungen über Schiff und Museum

Feuerschiff-Grafik

Museums-Feuerschiff

Amrumbank - Deutsche Bucht

Bauwerft: Jos. L. Meyer, Papenburg/Ems, Bau-Nr. 317
Bauzeit: 1914 / 1915
Ablieferung: 1917 / 1918
Auftraggeber: Preussisches Ministerium für öffentliche Arbeiten, Abteilung Wasserbau, für Wasserbauamt Tönning als zuständige Behörde.
Baukosten: 480.000,-- RM  
Klasse: GL 100 A4 (E)  
Stärke der Aussenhaut: 12 bis 15 mm  
Baumaterial: Stahl  
Material des Wetterdecks: Teakholz, 100 mm dick  
Abmessungen: Länge über Alles: 52,50 m
  Länge zw.d.Loten: 46,00 m
  Breite auf Spanten: 8,10 m
  Tiefgang: 4,25 m
  Seitenhöhe: 5,55 m
  Wasserverdrängung: 800 qbm
  Vermessung: 404 BRT (1928)
    630 BRT (1957)

Maschinenanlage:

Das Schiff wurde ursprünglich für den Vortrieb mit einer Dampfmaschinenanlage ausgerüstet. Die Bordnetzversorgung erfolgte mit einem seperaten Aggregat.

Antriebsmaschine:

2-fach-Expansionsdampfmaschine N = 200 PSi (147 KW), Zylinder HD = 305 mm, ND = 540 mm, Kolbenhub = 440 mm, Kesseldruck = 12 bar. Fabrikat: Jos.L.Meyer, Papenburg

Bordnetzaggregat:

Glühkopfmotor 8 PS (6 KW), Fabrikat: Deutsche Werke, Generator 5 KW - 65/110 V.

Umbau der Maschinenanlage:

1928: Ausbau von Dampfmaschine, Kessel und Bordnetzaggregat. Einbau eines Dieselmotors für Antrieb, 2 Bordnetzgeneratoren, 110 V Batterieanlage
Hauptmotor: Deutz-Diesel, 6 Zylinder - 4Takt N = 330 PS (242 KW)
Bordnetzaggregate: 2 Deutz-Diesel, 2-Zylinder -2Takt N = 23 PS (17 KW) Generator: 110 V Gleichstrom, 16 KW Bordnetzbatterie: Nickel-Eisen-Batterie (Ni Fe), 110 V, 750 AH
1975: Ersatz der Bordaggregate durch 2 Deutz-Diesel, 2-Takt, N = 30,5 PS (22,5 KW)

Leuchtfeuer:

Das Schiff wurde für die Aufnahme des Leuchtapparates mit einem Rohrmast von 11 m Länge ausgerüstet. Die Lichtpunkthöhe liegt 16 Meter über dem Wasserspiegel. Das Leuchtfeuer, ein drehendes Blitzfeuer, besteht aus 2 rechtwinklig zueinanderstehenden Scheinwerferlinsen von 250 mm Brennweite.

Der Drehapparat läuft auf Kugellagern. Seine kardanische Aufhängung stellt ein waagerechtes Abstrahlen des Lichtes auch bei Schiffsbewegungen sicher.

Als Lichtquelle diente anfangs Ölgasglühlicht. Das Gas wurde der Leuchte mit einem Druck von 1800 mm WS (0,18 bar) zugeführt. Die Lichtstärke der einzelnen Schein- werfer betrug ca. 50.000 HK (1 HK = Hefnerkerze entpricht 0,903 cd = Candela). Das Gas wurde in Druckbehältern mit einem Volumen von 325 cbm unter einem Druck von 15 bar gelagert. Die Druckbehälter befanden sich im unteren Deck des Schiffes unter- halb der Dampfkesselanlage.

Ein Membranmotor trieb das Drehwerk des Leuchtfeuerapparates. Der Motor benutzte als Energie das Druckgefälle des Ölgases (15,00 - 0,18 bar). Diese Anlage wurde 1929 im Zuge der maschinentechnischen Umrüstung ausgebaut und durch ein elektrisches Feuer ersetzt.

Die waren nun mit einer Glühlampe von 500 Watt bei 110 Volt bestückt. Der Strom wurde aus dem Bordnetz über eine im Tagesverlauf aufgeladene Akku-Batterie bezogen. Die Lichtstärke betrug 130.000 Candela. bei guter Sicht ergab sich dabei eine Tragweite von 20,4 Seemeilen (37 Kilometer). Später wurden durch Einsatz stärkerer Glühlampen noch größere Lichtstärken und Tragweiten erzielt.

Das Feuerschiff hatte auf der Station Deutsche Bucht folgende Kennung: BLZ.: (2), 12 sec.: 20 sm.

Weitere seezeichentechnische Einrichtungen:

Das Feuerschiff war mit folgenden seezeichentechnischen Einrichtungen ausgestattet:

LNS-Anlage

Zunächst war eine Trommelsirene, später ein Stentorhorn, System Pieter, vorhanden, beide mit Preßluft betrieben.

1928/29 wurden stattdessen elektrische Membransender eingebaut. Sie sind am hinteren Mast angebracht und gaben bei unsichtigem Wetter bei einer Tonhöhe von 525 Hz im 30.Sekunden-Takt das Morsezeichen "Delta Bravo" (DB = -.. -...) - 19 Sekunden Sendezeit - 11 Sekunden Pause.

Funkfeuer:

Ein Funkfeuersender wurde 1928/29 eingebaut, der zuletzt auf der Frequenz von 308 KHz mit der Kennung "DB" arbeitete. Die Reichweite betrug 50 Seemeilen.

Unterwassernebelschall (WNS) - Anlage:

In der Zeit von 1918 bis 1939 wurde auf dem Feuerschiff eine WNS-Anlage betrieben. Zu diesem Zweck wurde durch einen Schacht im Schiffsboden zunächst eine mit Pressluft betriebene Unterwasserglocke, ab 1928/29 ein Membransender abgesenkt, der unter dem Schiff hängend Schallsignale abstrahlte.

Unterscheidungesignal - Schiffsfunk - Rufzeichen:

Zur Indienststellung wurde das Rufzeichen >W.B.N.D.DSEKDBBBDCDU< geführt.

Besegelung:

Bei der Indienststellung war das Schiff mit einer Stütz- und Notbesegelung ausgerüstet:

Fock-, Klüver- und Gaffelsegel am Vormast und je 1 Gaffelsegel am Feuerturm und Besanmast. Segel wurden nach 1939 nicht mehr gefahren.

Verankerung:

Ein Pilzanker hielt das Schiff an einer 54 mm starken Stegkette auf seiner Position. Ab 1935 wurde auf den Anker verzichtet und dafür die auf 300 Meter verlängerte Kette ausgelegt.

Diese war mit dem Schiff über eine Federspring verbunden, um die auftretenden Zugkräfte zu dämpfen.

Umbauten:

1928: Brücke auf vorderes Deckshaus. Umfangreiche Änderungen der Unterkünfte. Änderungen der Fundamente für Maschinen.
1957: Vorderes Deckshaus zum Aufbau erweitert, Umbau der Brücke.

Positionen des Feuerschiffes

AMRUMBANK

Das 1917 abgelieferte und für die Station Amrumbank (vor der Westküste von Schleswig-Holstein) vorgesehene Feuerschiff "AMRUMBANK" (II) wurde als Ersatz für das 1906/07 von der AG "Weser" Bremen erbaute Feuerschiff "AMRUMBANK" (I), später ("Reserve Tönning") eingesetzt.

Es hat im Verlaufe seiner 65-jährigen Dienstzeit auf folgenden Positionen gelegen und bei gutem und schlechtem Wetter, bei Flauten und Nebel, aber auch bei Sturm mit Orkanstärken, zuverlässig und beständig mit seiner 12-köpfigen Besatzung, die 14-tägig ausgewechselt wurde, auf der ihm zugewiesenen Seeposition ausgeharrt und die Stellung gehalten, um der Seefahrt ihren Weg zu weisen:

1918: kurzfristig als FS "A" auf der Jade.
1919 - 1939: »AMRUMBANK«
auf 54º 33´ Nord, 7º 53´ Ost;
1939 - 1945: Im II. Weltkrieg: Leuchtschiff "R" auf seiner Position Amrumbank.
Das Schiff war zu dieser Zeit mit Flugabwehrwaffen bestückt.

Weitere Verwendung:

Juni 1945: Geräteführendes Amt: Lotsenkommando und Seezeichenamt der Kriegsmarine Wilhelmshaven.
N.f.S. Ausgabe 16/45  
23.08.1945: FS ausgelegt auf Station "P 15"
Geografische Lage ungefähr: 54º O´ Nord, 7º 45´ Ost
08.11.1945: FS ausgelegt auf Station "Pit"
Geografische Lage ungefähr: 54º 18´ Nord, 4º 29´ 45º Ost
"Pit" = Abzweig des Zwangsweges PH vom Humber-Elbe-Weg, ca. 120 sm westlich von Helgoland.
Juli 1945: Verlegung des Seezeichenamtes von Wilhelmshaven nach Brunsbüttelkoog. Neue Bezeichnung: "Seezeichenamt Brunsbüttel"
N.f.S Ausgabe 88/47  
Januar 1947: Feuerschiff-Station "Pit" eingezogen N.f.S. Ausgabe 654/47
April 1947: FS ausgelegt auf Station "S2"
Geografische Lage ungefähr: 54º 0´ Nord, 6º 32´ 0" Ost "S 2" = Silverpit) Kreuzungspunkt der Zwangswege Humber-Elbe, Knoll-Elbe, Galloper-Ling-Elbe und ST-Weg ca. 120 sm südwestlich von der Position "Pit"
N.f.S. Ausgabe 1162/48  
Juni 1948: FS ausgelegt auf Station "HR 1"
Geografische Lage ungefähr: 55º 18´ 30" Nord, 6º 27´ 30" Ost
Stationszeichen: Kegel, Spitze unten.
1949: Geräteführendes Amt: Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning.
N.f.S. Ausgabe1990/49  
27.07.1949: FS ausgelegt als Stammfeuerschiff "P 15"
Geografische Lage ungefähr: 54º 0´ Nord, 7º 51´ Ost
ca. 10 sm südlich von Helgoland
Februar 1951: Station "P 15", Bezeichnung geändert in "P 12"
1957: Umbau der Brücke bei der Staatswerft Rendsburg-Saatsee.
1962: Vorübergehende Verwendung als Reserve-Feuerschiff auf den Stationen "ELBE 1", "BOREKUMRIFF" und "WESER"
Geräteführendes Amt:  
09.09.1963: Personelle Übergabe von WSA Tönning an das Wasser- und Schifffahrsamt Wilhelmshaven.
06.12.1963: Maschinentechnische Übergabe vom WSA Tönning an das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven.
1969: Mit Einrichtung des Verkehrstrennungsgebietes "Terschelling - Deutsche Bucht" wird das FS "Amrumbank" auf die Station "Deutsche Bucht" verlegt.
Position: 54º 05´ 00" Nord, 07º 26´ 00" Ost.
Nov. 1972: Der Tiefwasserweg zwischen den Stationen "Deutsche Bucht" und "TW/Ems" wird eingerichtet. Das FS "Amrumbank" wird auf die neue Station "Deutsche Bucht verlegt.
Position: 54º 10´ 41" Nord, 07º 26´ 05" Ost.
10. Okt. 1983: FS "Amrumbank" wird auf der Station "Deutsche Bucht" durch das FS "Kiel" (1906 als "Reserve Sonderburg" bei der AG. Weser gebaut) ersetzt und außer Dienst gestellt.
Außerdienststellung:  
19.10.1983: Übergabe des Schiffes durch die Wasser-und Schifffahrtsdirektion Nord- West an den "Arbeitskreis Museums-Feuerschiff e.V."

Um 08.30 Uhr Ankunft in Emden.

Verbleib: Museums-Feuerschiff in Emden!
04.08.1984: Nach umfangreichen Umbauarbeiten im Stichkanal macht das Feuerschiff an seinem letzten Liegeplatz im Ratsdelft von Emden fest.

Position 53°21'58''Nord; 7°12'23''Ost

  Mit einer grossen festlichen Veranstaltung erfolgt die Präsentation für die Öffentlichkeit.

65-jährige Einsatzzeit:

Während der 65-jährigen Einsatzzeit blieb das Feuerschiff von außergewöhnlichen Ereignissen (Haverien u.ä.) verschont, Kritische Situationen ergaben sich insbesondere durch Kettenbrüche bei schwerer See, Sturm und Orkanen. (3 Brüche während des Einsatzes beim WSA Wilhelmshaven).1981 ereignete sich ein tödlicher Unfall.


Nach der Außerdienststellung:

Ankunft des Feuerschiffs "Amrumbank" am 19.10.1983 in Emden. Hier erfolgte am Stichkanal die Herrichtung zum Museumsschiff.

Da im Zwischendeck die Kammereinrichtungen an Backbord und Steuerbord identisch waren, hat man die Kammern an der Backbordseite ausgebaut. In diesem freigewordenen Bereich wurde ein Schifffahrtsmuseum eingerichtet - es ist heute ein einmaliges, seezeichentechnisches Museum.

Dieses Museum beherbergt neben der Seezeichentechnik noch die Bereiche Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die Geschichte und Entwicklung des Feuerschiffes "Amrumbank" mit Schiffssicherung, das Emslotswesen, die Ostfriesische Seemannsmission und eine funkhistorische Ausstellung.

Im Deckshaus wurde die frühere Messe zu einer gemütlichen Gaststätte mit maritimem Flair umgebaut. Derzeitiger Pächter der Restauration ist das Upstalsboom-Parkhotel Emden.

Die voll funktionsfähige Brücke wurde als Klubraum hergerichtet und in den Gaststättenbetrieb integriert.

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) betreibt den ehemaligen Kartenraum hinter dem Ruderhaus als Funkstation. Die Station hat das Rufzeichen DFØMF.

Von hier aus werden regelmäßig Funkverbindungen mit allen Kontinenten in verschiedenen Betriebsarten auf Kurzwelle und UKW hergestellt. Neben Sprechfunk und Morse-Tast-Funk (Telegraphie) sind Sonderbetriebsarten wie Amateurfunk-Fernsehen, Packet-Radio und Satellitenfunk möglich.

Die ersten beiden Räume im Betriebsgang benutzte bis 1993 der Emder Verkehrsverein als Touristik-Informations-Büro. Nach Auszug des Verkehrsvereins wurden die Räume umgebaut. Es entstand ein Käpt´ns-Salon in gediegener Atmosphäre; an der Steuerbordseite wurde die Kombüse zu einer vollwertigen Küche vergrößert.

Ab Mai 1995 befindet sich an Bord auch ein Trauzimmer vom Standesamt der Stadt Emden. Im Kapitäns-Salon oder auf der Brücke werden  offizielle Trauungen durchgeführt. Die erste Trauung erfolgte am 5. Mai 1995 vor laufenden Kameras und Mikrofonen verschiedener Rundfunk- und Fernsehsender. Auskunft erteilt das Standesamt Emden: >Tel. 04921-87 2071 oder Fax 04921-87 2074 und eMail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! <.

Die gesamte Maschinenanlage ist ein technisch lebendiges Museum; vor Publikum und bei den regelmäßigen Fahrten in See zeigt sich ihre uneingeschränkte Funktionsfähigkeit.

Die Drehfeueranlage ist heute mit einer schwächeren Glühlampe bestückt und brennt täglich von der Abenddämmerung bis 24.00 Uhr. Außerdem werden die gesamten Aufbauten und das Vorschiff von Halogen-Strahlern ins rechte Licht gerückt.

Um die Ver- und Entsorgung des Schiffes zu gewährleisten, sind folgende Landanschlüsse installiert: Strom, Wasser, Telefon und Kanalisation. Alle Anschlüsse mussten bisher vor einer Fahrt abgeklemmt werden, inzwischen sind alle Leitungen steckbar. Man braucht heute nur noch auf die bordeigenen Aggregate umzuschalten.


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nur mit unser aller Bemühungen, kann dieses technische Denkmal (1999 in das Verzeichnis der Kulturdenkmale aufgenommen!) der Nachwelt erhalten bleiben.

Die "Amrumbank" ist inzwischen ein leuchtendes Wahrzeichen der Seehafenstadt Emden.

Der Unterhalt und die Instandhaltung wird allein durch unsere ehrenamtliche Tätigkeit gewährleistet.

Helfen auch Sie uns durch tätige und/oder finanzielle Unterstützung !

Der Vorstand


Heutiger Eigner:    Museums-Feuerschiff "Amrumbank/Deutsche Bucht" e.V.
Georg-Breusing-Promenade
26721 Emden

Telefon: (Museum) 04921-23285
Telefon: (Ansprechperson) 04921-33236
Telefax: 04921-33203
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
INTERNET: http://www.amrumbank.de
Spendenkonto: Sparkasse Emden, BLZ 284 500 00, Konto-Nr. 45500
(steuerlich absetzbare Spendenbescheinigungen werden sofort erstellt)

 

 


 Stand: März 2009

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